Motivforschung zum Ausländerproblem

  • Wie erklärt sich unsere Haltung zu den Personen mit Migrationshintergrund, speziell zu den Muslimen?
  • Welche tiefenpsychologischen Prozesse stehen hinter dem verbreiteten Ethnozentrismus?
  1. Es stellt sich die grundsätzliche Frage, welche (tiefen-) psychologischen Motive hinter Phänomenen wie Antisemitismus, Antiislamismus und genereller Ausländerfeindlichkeit stehen.
    Die „Kastenlose Gesellschaft“ des bekannten Tiefenpsychologen Wilfried Daim (1923-2016) stellte dazu vieles klar: https://t1p.de/jz04 so u.a.:
  2. Männer fürchten Stärke und Potenz der Unterkastigen, die uns „unsere“ Jobs wegnehmen und „unsere“ Frauen begehren. Siehe das Ödipaldreieck oben.
  3. Frauen beneiden unterbewusst die Kinderfreudigkeit der Ausländerfrauen.
  4. Doch was ist die Realität: Ohne den Zuzug arbeitswilliger und familienbewusster Ausländer würden wir schön aussehen – wer hielte das Markt- und Verkehrsgeschehen, wer die Reinigungs- und Pflegetätigkeiten aufrecht? Wer sorgte für eine positive Bevölkerungsbilanz? Manche Volksschule müsste ohne Ausländerkinder wohl schließen. Von einer „Übervölkerung“ kann jedoch keine Rede sein.
  5. Die Politik in Österreich ist zwiespältig, um nicht zu sagen, verlogen:
    a) Die Frage nach der Religionszugehörigkeit wurde aus der Volkszählung genommen, damit unser neues Wappentier, der Vogel Strauß, nicht erfährt, wie viele Muslime bei uns wohnen.
    b) Das Kopftuch soll aus der Schule verbannt werden, aber Kippa, Dastar und Nonnenschleier dürfen bleiben.
    c) Natürlich auch das Kruzifix, denn das sei ja „eigentlich“ das Symbol unserer abendländischen Kultur (vgl. Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen und Antimodernismus!)
    Der Verfassungsgerichtshof hat uns unlängst dazu die Wadln viere gerichtet.
    d) In Österreich gibt es tausende Kirchen mit zum Teil sehr hohen Kirchtürmen. In unserem Land gibt es knapp über hundert Moscheen. Minarette gibt es bei dreien davon: Ein weithin sichtbares in Wien https://t1p.de/ze0p, ein noch sichtbares in Telfs https://t1p.de/z44z  und zwei kaum sichtbare in Bad Vöslau https://t1p.de/2ldo. Ist die Religionsausübung in Österreich tatsächlich frei?
  6.  Wir sollten uns als moderne Österreicher und Europäer der Tradition des ehemaligen Vielvölkerstaates erinnern – Altösterreich war kein „Völkerkerker“, sondern dank seiner ethnischen Vielfalt Quelle zahlreicher geistiger und kultureller Entwicklungen.
  7.  Zum Schluss, damit kein Zweifel an meiner Haltung besteht: jede Form von Intoleranz, Gewalt und Terrorismus – von welcher Seite auch immer – hat keinen Platz in unserer rechtsstaatlichen Demokratie und ist auf das Schärfste zu bekämpfen.

Veröffentlicht von Peter Diem

Medienforscher, Buchautor, Herausgeber von Austria-Forum

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